Drohnen-Verordnung

Die am 07. April 2017 in Kraft getretene Drohnen-Verordnung regelt den Einsatz von Drohnen und Multicoptern ab einem Gewicht von 250 g. Die Kennzeichnungspflicht für Flugmodelle ab 250 g und der Kenntnisnachweis für Flugmodelle ab 2,0 kg gelten seit dem 01. Oktober 2017. Was die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) formulierte Drohnen-Verordnung für Drohnenbesitzer konkret bedeutet, ist nachstehend erläutert.

Grundvoraussetzungen für den Betrieb einer Drohne 

Auf jeden Fall muss der Steuerer eine Drohne/eines Modellflugzeug stets in der Lage sein, bemannten Flugmaschinen auszuweichen. Deshalb gilt zwingend, dass sich jegliche Drohne immer in Sichtweite des Steuerers befinden muss. Sogenannte FPV-Einsätze (First Person View), die die Übertragung von Drohnenaufnahmen zulassen, sind nur für Fluggeräte unter 250 g und unter 30 m Flughöhe zulässig. Im Fall höhergewichtiger Flugmodelle und bis zu 30 m Flughöhe gilt, dass eine zweite Person die Beobachtung übernimmt und den Steuerer informiert. Unabhängig davon, ob das Flugmodell zwischen 0,25 und 2,0 kg oder mehr wiegt, muss es grundsätzlich über eine Plakette verfügen, der Name und Anschrift des Besitzers zu entnehmen sind. Dieser Kennzeichnungspflicht genügt der Drohnenbesitzer, indem er ein Aluminiumschild entsprechend gravieren lässt und es gut sichtbar am Flugmodell befestigt. Ein Adressschild aus Aluminium genügt optimal den Anforderungen hinsichtlich Stabilität und Feuerfestigkeit.

Erlaubte und verbotene Flugareale 

Die in Deutschland geltende Drohnen-Verordnung sieht für unbemannte Flugobjekte Flughöhen von höchstens 100 Metern über dem Grund vor. Jeder, der seine Drohne höher als 100 m fliegen lassen möchte, muss hierfür einen zugelassenen Modellflugplatz aufsuchen. Andernfalls bedarf es einer Genehmigung, die die jeweils zuständige Luftfahrtbehörde erteilt. Fluggeräte ab 250 g, die in der Lage sind, akustische und/oder optische Funksignale zu empfangen und zu verarbeiten dürfen keine bewohnten Gebiete überfliegen. Allerdings können Grundstückseigentümer den Einsatz von aufzeichnenden Drohnen explizit gestatten. Der seitliche Abstand zu Menschenansammlungen, Bundesfernstraßen, -wasserstraßen und Bahnanlagen sowie zu Grundstücken, auf denen Behörden oder Verfassungsorgane untergebracht sind, muss mindestens 100 m betragen. Prinzipiell gilt, dass Behörden Sondergenehmigungen erteilen können – vorausgesetzt, der Betrieb der Drohne birgt keine Risiken und eine Gefährdung des Flugverkehrs ist unwahrscheinlich.

Die Drohnen-Haftpflichtversicherung 

Hierzulande ist jeder, der eine Drohne steuern möchte, gesetzlich dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Das heißt, eine Drohnen-Haftpflichtversicherung muss auch für Modelle unter 250 g abgeschlossen werden, obgleich diese nicht der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Tatsächlich kann es schnell zu Sach- oder Personenschäden kommen. Gründe können ein Bedienfehler des Steuerers, ein technischer Defekt des Gerätes oder lediglich ein leerer Akku sein. Drohnen-Haftpflicht-Versicherungen reichen von der gesetzliche Mindestdeckungssumme in Höhe von 1.000.000 € pauschal für Personen- und Sachschäden bis hin zu 10.000.000 € pauschal.

Drohnen ab 2,0 kg – zusätzliche Betriebsbedingungen 

Sofern das Flugobjekt ein Startgewicht von 2,0 kg überschreitet, hat der Besitzer zusätzliche Auflagen zu erfüllen: Es bedarf eines Drohnen-Führerscheins, um die Befähigung im Umgang mit Drohnen nachzuweisen. Entweder erteilt ein Luftsportverband oder eine Stelle, die vom Luftfahr-Bundesamt anerkannt ist, diesen Kenntnisnachweis. Für Besitzer einer Pilotenlizenz ist ein Drohnenführerschein entbehrlich, um Drohnen über 2,0 kg steuern zu dürfen. Wer seine Drohne grundsätzlich nur auf einem Modellflugplatz betreiben möchte, benötigt keinen Drohnen-Führerschein. Inhaber eines Drohnen-Führerscheins haben eine theoretische und praktische Schulung erfolgreich absolviert. Der Kenntnisnachweis ist ab Zeitpunkt der Ausstellung jeweils 5 Jahre lang gültig. Nach Ablauf der 5 Jahre muss der Kenntnisnachweis erneut erworben werden.

Drohnen und Multicopter mit mehr als 5,0 kg Gewicht 

Überschreitet das Abfluggewicht des Fluggerätes das Gewicht von 5,0 kg, gelten nicht nur alle bisher aufgeführten Gebote und Verbote, sondern es ist zwingend eine Aufstiegserlaubnis erforderlich. Diese Aufstiegserlaubnis ist bei der Landesluftfahrtbehörde zu beantragen, die für das jeweilige Bundesland zuständig ist. In den meisten Bundesländern ist zwischen der Allgemeinen Aufstiegserlaubnis und speziellen Aufstiegsgenehmigungen zu unterscheiden. Für die Erteilung einer Aufstiegsgenehmigung/-erlaubnis fallen Gebühren von etwa 30 bis hin zu 500 Euro an.

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