Drohnen-Gesetz im Spanien Urlaub

Wer seine Drohne im Spanien-Urlaub fliegen lässt, unterliegt noch (Anfang März 2019) der spanischen Gesetzgebung, die sich von der deutschen teilweise leicht unterscheidet. Es wird aber eine EU-weite Regelung im Verlauf des Jahres 2019 in Kraft treten (siehe unten).

Was darf die Drohne in Spanien?

Es ist wunderbar, mit einer Drohne Bilder von Landschaften und Sehenswürdigkeiten aufzunehmen. Bei Menschen gibt es Grenzen, die auch jetzt schon relativ einheitlich in allen Ländern gelten. So ist eine Person vor dem ungenehmigten Filmen oder Fotografieren geschützt. Auch private Grundstücke dürfen nicht einfach gefilmt werden. Wenn das geschieht, kann der Grundstücksbesitzer vom Drohnenpiloten den Abbruch des Fluges und das Löschen der Aufnahmen verlangen, darf allerdings nicht einfach die Drohne mit Gewalt vom Himmel holen. Diese Gesetze sind universell, sie gelten gleichermaßen in Deutschland, Spanien und anderen Ländern. In Spanien nun – dazu gehören auch die Balearen und Kanaren – unterscheidet man zwischen gewerblichen und privaten Drohnen. Diesen Unterschied gibt es in Deutschland auch, allerdings mit leicht abweichenden Konsequenzen. Gewerbliche Drohnen unterliegen in Spanien genauen Vorschriften, bei deren Nichtbefolgen hohe Sanktionen (bis 225.000 Euro Bußgeld) möglich sind. Es ist daher niemandem zu raten, ohne Genehmigung in Spanien eine Drohne gewerblich einzusetzen. Die private Nutzung (Aero Model = Modellflieger) wird hingegen vergleichsweise großzügig gehandhabt. Es ist hierfür keine gesonderte Freigabe oder Registrierung erforderlich.

Regeln für den privaten Drohnenflug in Spanien

  • Flug nur in Sichtweite und maximal 120 m hoch
  • kein Flug über Städten, Menschen, Menschenansammlungen
  • kein Nachtflug
  • Pilot muss Drohne beherrschen
  • Flugverbot an und über Flughäfen

Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland besteht darin, dass Spanien von privaten Drohnenfliegern weder ein Drohnenkennzeichen noch eine Haftpflichtversicherung verlangt. Dafür sind die Strafen beim Missbrauch der vermeintlich privaten Drohne als gewerbliches Fluggerät sehr viel höher als in Deutschland. Hier fallen sie vergleichsweise milde aus, es sind Bußgelder um 1.000 bis 2.000 Euro üblich.

Was werden die EU-Drohnengesetz ändern?

Über diese Gesetze verhandeln die Mitgliedsstaaten der Union schon länger, ihr Inkrafttreten steht unmittelbar aus. Drohnenbesitzer müssen sich auf Folgendes einstellen:

  • Es wird noch einige länderspezifische Regeln geben.
  • Die EU-Richtlinien sehen für Drohnen die drei Anwendungsszenarien Open | Specific | Certified und die fünf Risikokategorien C0 bis C4 vor.
  • Die Open-Kategorie entspricht im Wesentlichen dem, was wir heute als private Hobbydrohne verstehen, die Specific-Klasse darf ein wenig mehr, die Certified-Klasse ist für Spezialanwendungen der Industrie etc. gedacht und hat deutlich größere Rechte, für die aber das Zertifikat nötig ist.

Wichtig zu wissen: Die Open-Klasse kann auch gewerblich fliegen. Das erleichtert den gewerblichen Einsatz von Drohnen, die beispielsweise nicht höher als 120 m fliegen müssen. Es gibt viele solcher Anwendungsbereiche. Gleichzeitig erleichtern die neuen EU-Regeln den Einsatz einer Drohne im Urlaub, sofern es sich um ein EU-Land handelt. Doch es kann nach wie vor kleine abweichende Regeln im Zielland geben, das ist bei vielen EU-Gesetzen so. Wir empfehlen daher, sich auch in Zukunft über die genauen Regeln des Ziellandes für Drohnenflüge zu informieren.