Drohne fliegen im Wohngebiet – Worauf sollte man achten

Bis vor einigen Jahren waren Drohnen dem Militär vorbehalten. Inzwischen sieht man die kleinen Flugobjekte immer öfter auch über Wohngebieten kreisen. Worauf man achten sollte, wenn man eine Drohne in einer Wohnsiedlung fliegen möchte.

Drohnen dürfen nicht mehr als 250 Gramm wiegen 

Im Jahr 2017 hat der Bundestag die Drohnenverordnung verabschiedet, welche genau regelt, was bei der Nutzung einer Drohne erlaubt ist und was nicht. Das Gesetz besagt, dass in Wohngebieten lediglich Drohnen benutzt werden dürfen, die weniger als 250 Gramm wiegen. Die Drohne darf außerdem weder über eine Kamera noch über ein Mikrofon verfügen und darf nicht per Funksignal gesteuert werden. Es dürfen, abseits von der Funksteuerung, von der Drohne also weder Signale aufgenommen noch gesendet werden. Sind all diese Faktoren gegeben, müssen die Grundstücksbesitzer, über denen die Drohne fliegt, ihre ausdrückliche Zustimmung geben.
In jedem Fall sollte der Flug natürlich vorher mit den Nachbarn abgesprochen werden. Vor allem, wer über Wohngebiet fliegen möchte, muss die Zustimmung der betroffenen Grundstücksbesitzer einholen.
Drohnen für den Privatgebrauch dürfen nur in Sichtweite geflogen werden. In jedem Fall müssen „sensible Bereiche“ gemieden werden, dazu gehören zum Beispiel Unfallstellen, Naturschutzgebiete, private Gärten oder Kontrollzonen von Flugplätzen. Eine Auflistung in der Drohnenverordnung gibt einen Überblick darüber, wo Drohnen-Besitzer fliegen dürfen.

Kennzeichnungspflicht ab 250 Gramm 

Wiegt die Drohne mehr als 250 Gramm, muss sie gekennzeichnet werden. Der Besitzer muss seinen Namen und seine Adresse notieren – wie die Drohnenverordnung besagt, feuerfest und dauerhaft. Bei Drohnen über zwei Kilogramm ist sogar der Nachweis über besondere Kenntnisse notwendig. Der Besitzer muss etwa über die örtliche Luftraumordnung und luftrechtliche Grundlagen informiert sein. Der Kenntnisnachweis lässt sich bei der zuständigen Behörde einreichen. Für Drohnen ab fünf Kilogramm ist in jedem Fall eine Erlaubnis der zuständlichen Luftfahrtbehörde notwendig, insofern die Drohne eine Höhe von hundert Metern überschreitet. Über Wohngebiet darf mit Drohnen dieser Art normalerweise nicht geflogen werden.

Allgemeine Regelungen beachten 

Daneben gelten auch allgemeine Vorschriften. Beispielsweise muss natürlich die Mittagsruhe eingehalten werden und es darf auch Nachts nicht geflogen werden. Zudem ist es angezeigt, mit der Drohne nicht über private Grundstücke zu fliegen, da auch in diesem Fall die Privatsphäre der Anwohner gestört werden könnte. Wer sich vorher über die rechtlichen Details informiert, vermeidet später unter Umständen hohe Bußgelder.
Möchte man eine Drohne fliegen lassen, müssen also einige Dinge beachtet werden. Das Gewicht der Drohne und seine Funktionen müssen den Vorgaben in der Drohnenverordnung entsprechen. Außerdem gilt es, bestimmte Areale zu meiden und die Nutzung der Drohne mit den Nachbarn abzusprechen.